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Jeder Fahrer, der einen Auflieger von der Zugmaschine abkuppelt und auf dem Hof abstellt, kommuniziert unbewusst mit diesem Ventil: Er zieht den roten Knopf, die Luft wird abgesperrt, die Federspeicher treten in Funktion und der Anhänger setzt sich selbsttätig auf die Feststellbremse. Muss die Leitung anschließend zum Rangieren entlüftet werden, wird die Bremse über dasselbe Ventil wieder gelöst. In der Werkstattsprache heißt dieses Bauteil "Aufliegerknopf", "Parkknopf" oder schlicht "Löseventil"; die technisch korrekte Bezeichnung lautet Not- und Park-Löseventil. Es wirkt klein und sitzt meist staubig und verschlammt am Rahmenrand — doch fällt es aus, bleibt der Anhänger entweder auf dem Hof blockiert oder, weit gefährlicher, er hält im abgestellten Zustand nicht mehr. Dieser Ratgeber erläutert in der Sprache der Praxis die Aufgabe dieses Ventils in Nutzfahrzeugen und Anhängern, die typischen Störungsbilder, die Diagnosemethodik, die Austauschschritte und die Wartung.
Dieses Dokument wurde vom technischen Team von VADEN auf Basis der Praxiserfahrung mit Druckluftbremsanlagen in Nutzfahrzeugen und des Verhaltens von OE-Bauteilen erstellt. Die genannten Werte sind typische Referenzbereiche; fĂĽr exakte Anzugsdrehmomente, DrĂĽcke und Einstellwerte ist stets das OE-Serviceheft des Fahrzeugs, des Aufliegers und der Bremsanlage maĂźgeblich. Letzte Aktualisierung: Juli 2026.
Das Not- und Park-Löseventil ist ein pneumatisches Steuerventil, das die Luft in der Vorratsleitung des Anhängers oder Fahrzeugs über handbetätigte Druckknöpfe absperrt und entlüftet, dadurch die Federspeicher-Feststellbremse aktiviert und bei Bedarf die Bremse mit dem im Luftbehälter verbliebenen Druck vorübergehend löst, um ein Rangieren zu ermöglichen.
Das Funktionsprinzip beruht auf der grundlegenden Sicherheitslogik der Druckluftbremsanlage: Federspeicherzylinder sind gelöst, solange Druck anliegt, und bremsen, sobald der Druck entweicht. Luftverlust ist also keine Störung, sondern ein Bremsbefehl. Genau dieses Verhalten legt das Ventil in die Hand des Fahrers. Wird der Betätigungsknopf gezogen, entlüftet das Ventil die Anhänger-Vorratsleitung und die Federspeicherleitung zur Atmosphäre; die Federn entspannen sich und das Fahrzeug setzt sich auf die Feststellbremse. Wird der Knopf gedrückt, gelangt der Behälterdruck wieder zu den Federspeichern, die Federn werden zusammengedrückt und die Bremse löst.
Die zweite Funktion des Ventils betrifft die Not- und Rangierseite. An einem abgekuppelten oder mit unterbrochener Vorratsleitung stehenden Anhänger liegt kein Leitungsdruck an, der Anhänger ist gebremst. Ist im Anhängerbehälter noch ein Restdruck vorhanden, leitet der Löseknopf (Park Release / Shunt) diesen Behälterdruck zu den Federspeichern und löst die Bremse vorübergehend — der Auflieger lässt sich ziehen oder rangieren. Sinkt der Behälterdruck weiter ab, kommt die Bremse selbsttätig zurück; das ist gewolltes Sicherheitsverhalten des Systems und kein Defekt.
Bei modernen Aufliegern mit EBS sieht das Bild etwas anders aus. Bei Sattelaufliegern und Anhängern der neuesten Generation ist die Park-Löse-Funktion meist kein eigenständiges Ventil mehr, sondern in das Anhänger-Luftsteuerventil (TrCM / EBS-Parkmodul) integriert. In diesen Modulen sind Park- und Shunt-Knöpfe, Vorrats-Rückschlagventil, Druckschutzstufe und bei manchen Ausführungen auch die Hebe-Senk-Steuerung in einem Gehäuse zusammengefasst. Die praktische Konsequenz: Die Fehlersuche bleibt zwar ventilspezifisch, die Instandsetzung erfolgt jedoch in der Regel nicht durch Tausch eines einzelnen Parkventils, sondern durch Tausch des kompletten Moduls. Prüfen Sie daher schon zu Beginn der Diagnose anhand des Gehäuseschilds und der Anschlussanordnung, ob der Auflieger ein eigenständiges Parkventil oder ein integriertes Modul verwendet; andernfalls wird das richtige Teil im Regal zum falschen Teil.
Diese Produktgruppe trägt am Markt mehrere Bezeichnungen: Park-Löseventil, Anhänger-Parkventil, Ventil mit rotem und gelbem Knopf, Shunt-/Release-Ventil, Parkventil vom Typ Knorr-Bremse (Bendix) oder WABCO. Die Funktionen ähneln sich, doch Anschlusszahl, Knopfkombination und interne Steuerlogik unterscheiden sich voneinander.
Feststell- und Notbremse im Nutzfahrzeug funktionieren anders als in der hydraulischen Pkw-Welt. Die Bremskraft erzeugen die Federn, die Luft hält diese Federn lediglich zusammengedrückt und die Bremse damit gelöst. Bei einem Schlauchplatzer, einem Abriss der Kupplung oder einem Vorratsverlust fällt das System automatisch auf die sichere Seite, also in den gebremsten Zustand. Das Park-Löseventil ist die manuelle Bedienschnittstelle für genau dieses Verhalten.
Das Handbremsventil (Feststellbremsventil) auf Seiten der Zugmaschine sitzt üblicherweise in der Kabine und wird vom Fahrer ständig benutzt. Das Park-Löseventil am Anhänger ist dagegen seitlich am Rahmen und von außen zugänglich angeordnet; es übernimmt die Park- und Rangiersteuerung des abgekuppelten Aufliegers. Beide arbeiten nach derselben Logik, unterscheiden sich jedoch in der Anschlussanordnung und in den Belastungsanforderungen.
Bei dem Leitungspaar, das die beiden verbindet, ist der Farbcode der Kupplungsköpfe die praxistauglichste Information. Nach EN 15807 sind die pneumatischen Kupplungsköpfe zwischen Zugmaschine und Anhänger farblich unterschieden: rot = Vorratsleitung (Emergency / Supply), gelb = Bremsleitung (Steuerleitung / Control). Die rote Leitung füllt den Anhängerbehälter und aktiviert beim Trennen die Feststell-/Notbremse; die gelbe Leitung überträgt den Bremspedalbefehl des Fahrers. Die Ventilanschlüsse zusammen mit dieser Farblogik zu lesen, ist die wirksamste Absicherung gegen den im folgenden Hinweis beschriebenen Anschlussverwechslungsfehler — die Leitung vom roten Kupplungskopf muss zum Vorratsanschluss (1) des Ventils führen, die gelbe Leitung zur Brems-/Steuerseite.
Fällt der Systemdruck unter den Sicherheitsschwellenwert, muss der Knopf selbsttätig herausspringen; so kann das Fahrzeug bei unzureichendem Druck nicht bewegt werden. Zeigt der Knopf dieses Verhalten nicht, hat das Ventil seine kritischste Sicherheitsfunktion verloren — das allein ist bereits ein Austauschgrund.
| Typ / Anwendung | Betätigung | Typischer Einsatz | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Anhänger-Park-Löseventil (zwei Knöpfe) | Roter + gelber (bei manchen Typen schwarzer) Knopf | Sattelauflieger, Anhänger, Tankauflieger | Typen von Knorr-Bremse, WABCO und Bendix-Äquivalente |
| Parkventil mit einem Knopf | Einzelner Zug-Druck-Knopf | Leichte Auflieger, Landwirtschaftsanhänger, Sonderaufbauten | Nur Parkfunktion |
| Handbremsventil in der Kabine | Hebel- oder Knopfbetätigung | Zugmaschinen- und Lkw-Kabine | Fahrerbetätigt, Dauergebrauch |
| Rahmenmontiertes Löseventil (Shunt) | Druckknopf | Rangieren abgekuppelter Auflieger | Vorübergehendes Lösen mit Behälterdruck |
| Kombiventil mit Druckschutz | Knopf + interne Schutzstufe | Mehrkreisige Anhängersysteme | Sichert die Kreispriorität |
| EBS-Parkmodul (integriert) | Knopfgruppe am Modul | Moderne Sattelauflieger mit EBS | Kein separates Ventil; kompletter Modultausch |
Teilenummer verifizieren: Park-Löseventile sehen von außen nahezu identisch aus; die Unterschiede liegen in der Anschlusszahl, in der Funktionsverteilung der Knöpfe und in der internen Steuerlogik. Ein Ventil des falschen Typs kann dazu führen, dass der Anhänger beim Abkuppeln nicht auf die Feststellbremse geht oder sich überhaupt nicht mehr lösen lässt. Prüfen Sie vor dem Einbau unbedingt die OE-Nummer des alten Ventils, die Anschlussanordnung (die Ziffern 1/2/3 bzw. 11-12/21-22 am Gehäuse) und die Zuordnung von Knopffarbe zu Funktion.
Die Störungen dieses Ventils lassen sich in zwei Hauptgruppen einteilen: es steuert nicht (der Knopf erfüllt seine Funktion nicht) und es hält nicht bzw. leckt (Verlust der inneren Dichtheit). Die zweite Gruppe ist heimtückischer, weil sie die Bremse eines abgestellten Fahrzeugs langsam lösen kann. Die folgende Tabelle ist der Ausgangspunkt für die Diagnose in der Praxis.
| Symptom | Mögliche Ursache | Prüfung / Verifizierung |
|---|---|---|
| Knopf bleibt nicht gedrückt, springt ständig heraus | Zu niedriger Vorratsdruck, innere Leckage, defekte Pop-out-Stufe | Behälterdruck mit Manometer messen; Verhalten oberhalb des Schwellenwerts wiederholen |
| Feststellbremse wird trotz gezogenem Knopf nicht aktiviert | Festsitzender Innenkolben, verstopfter Entlüftungsanschluss (3), Federspeicherleitung entlüftet nicht | Bei gezogenem Knopf prüfen, ob der Druck in der Federspeicherleitung auf null fällt |
| Feststellbremse löst nicht, Anhänger bleibt blockiert | Vorratsleitung verstopft/eingefroren, innere Blockade im Ventil, zu geringer Behälterdruck | Behälter- und Vorratsleitungsdruck getrennt messen; Vereisung der Leitung prüfen |
| Dauerndes Ausblasen von Luft am Entlüftungsanschluss | Verhärtete O-Ringe, verschlissene Kolbensitzfläche, ermüdete Dichtung der Knopfstange | Seifenblasentest in beiden Knopfstellungen durchführen |
| Bremse löst sich im Stand mit der Zeit von selbst | Druck gelangt durch innere Leckage zu den Federspeichern | Fahrzeug mit Unterlegkeilen sichern; Druck in der Federspeicherleitung längere Zeit beobachten |
| Löseknopf (Shunt) löst die Bremse zum Rangieren nicht | Kein Restdruck im Anhängerbehälter, defektes Rückschlagventil, klemmende Knopfmechanik | Behälterdruck ablesen; liegt Druck an, ist das Ventil verdächtig, sonst ein Befüllungsproblem |
| Knopf mechanisch schwergängig / kehrt nicht zurück | Schmutz, Korrosion, Eis, gebrochene Innenfeder | Gehäuse reinigen und Knopfbewegung von Hand prüfen |
| Funktioniert bei Kälte nicht, bei Erwärmung wieder | Feuchtigkeit im System → innere Vereisung; Lufttrockner unwirksam | Wasserablass des Behälters und Zustand der Trocknerpatrone prüfen |
Die zuverlässigste Diagnose besteht darin, ein Manometer am Behälterausgang und an der Federspeicherleitung anzuschließen und die Knöpfe der Reihe nach zu betätigen. Beim Drücken des Knopfes muss die Federspeicherleitung rasch auf Behälterniveau ansteigen, beim Ziehen rasch auf null abfallen. Langsames Befüllen deutet auf eine Vorratsdrosselung hin, langsames Entlüften auf ein Entlüftungs- oder Kolbenproblem, ein Nichterreichen von null auf eine innere Blockade.
Bei vollständig befülltem System, abgestelltem Motor und mit Unterlegkeilen gesichertem Fahrzeug wird Seifenlauge auf das Ventilgehäuse, die Anschlussverschraubungen und den Entlüftungsausgang aufgetragen. Die Prüfung muss in beiden Knopfstellungen getrennt erfolgen; viele Ventile lecken nur in einer Stellung, und eine einstellige Prüfung übersieht diese Störung.
Durch kontrolliertes Entlüften des Systems wird beobachtet, ob der Knopf am Sicherheitsschwellenwert selbsttätig herausspringt. Diese Prüfung ist zwingend mit Unterlegkeilen gesichertem Fahrzeug, auf ebenem Untergrund und mit abgesichertem Umfeld durchzuführen. Springt der Knopf nicht heraus, erlaubt das Ventil eine Fahrzeugbewegung selbst bei unzureichendem Druck; das ist ein nicht hinnehmbares Sicherheitsrisiko.
Persönliche Schutzausrüstung (PSA) und Sicherheit: Arbeitshandschuhe und Schutzbrille tragen. Vor Arbeitsbeginn das Fahrzeug auf ebenem Untergrund abstellen, die Räder unbedingt mit Unterlegkeilen sichern und den gesamten Druck aus der Bremsanlage ablassen. Da dieses Ventil die Feststellbremse steuert, kann das Fahrzeug beim Ausbau ungebremst sein — die mechanische Sicherung mit Unterlegkeilen ist Ihre einzige Absicherung. Ein unter Druck gelöster Anschluss oder eine unter Druck getrennte Leitung kann durch wegfliegende Teile zu schweren Verletzungen führen. Motor und Zündung müssen ausgeschaltet sein.
Der kritischste Fehler — Arbeiten ohne Unterlegkeile: Dieses Ventil steuert die Feststellbremse. Auch wenn die Federspeicherleitung beim Ausbau entlüftet war, kann sich die Bremse in der Montage- oder Prüfphase unerwartet lösen. Unterlegkeile sind nicht optional; sie sind der erste und der letzte Arbeitsschritt.
Verwechslung von Anschlüssen und Knopffunktionen: Werden die Leitungsanschlüsse des roten und des gelben (bei manchen Typen schwarzen) Knopfes vertauscht, kann der Anhänger beim Abkuppeln nicht auf die Feststellbremse gehen — also genau die gefährlichste Fehlerart. Kennzeichnen Sie vor dem Ausbau Anschlussziffern und Kupplungsfarben gemeinsam und prüfen Sie nach der Montage jede Funktion einzeln.
Die folgenden Werte sind typische bzw. allgemeine Referenzbereiche für Druckluftbremsanlagen in Nutzfahrzeugen. Die genauen Werte hängen von Fahrzeug, Auflieger, Ventiltyp und Achskonfiguration ab; maßgeblich ist stets das OE-Serviceheft.
| Parameter | Typische / allgemeine Referenz | Hinweis |
|---|---|---|
| Betriebsdruck des Systems | ca. 8–10 bar (etwa 116–145 psi) | Behälter-/Kreisdruck; je nach OE abweichend |
| Druck in der Anhänger-Vorratsleitung | ca. 6,5–8,5 bar | Roter Kupplungskopf (Vorrat), Dauerleitung |
| Druck zum vollständigen Lösen des Federspeichers | Allgemeine Referenz oberhalb ca. 5,5–6,5 bar | Darunter bleibt die Bremse teilweise angelegt |
| Pop-out-Schwelle (selbsttätiges Herausspringen) | Allgemeine Referenz ca. 3–5 bar | Ventiltypspezifisch; der OE-Wert ist maßgeblich |
| Betriebstemperaturbereich | Etwa -40 °C bis +80 °C | Umgebungs- und Bauteiltemperatur |
| Zulässige Leckage | Nach OE-Grenzwert sehr gering / vernachlässigbar | Wird über die Druckabfallrate im Behälter bewertet |
| Entlüftungsverhalten der Federspeicherleitung | Zeit bis zum Abfall des Leitungsdrucks auf null nach dem Ziehen des Knopfes | Eine verlängerte Zeit weist auf eine Drosselung des Entlüftungsanschlusses (3) oder einen zu geringen Leitungsinnendurchmesser hin; vergleichend mit einem intakten Ventil am selben Rahmen messen |
Nachfolgend allgemeine Drehmomentreferenzen fĂĽr die Verbindungselemente. Es handelt sich um Ausgangswerte; fĂĽr das endgĂĽltige Drehmoment ist das OE-Handbuch heranzuziehen.
| Verbindung | Typischer Drehmomentbereich | Hinweis |
|---|---|---|
| Halter-/Befestigungsschrauben (M6) | ca. 8–12 Nm | Bei Konsolenmontage vorsichtig anziehen |
| Halter-/Befestigungsschrauben (M8) | ca. 20–25 Nm | Schrittweise und gleichmäßig anziehen |
| Halter-/Befestigungsschrauben (M10) | ca. 40–50 Nm | Je nach OE abweichend |
| Verschraubungen der Luftleitungen | Nach Herstellerspezifikation | Überdrehen beschädigt Gewinde und Anschluss |
Führen Sie Druckmessungen mit einem kalibrierten Manometer und bei vollständig befülltem System durch. Senken Sie den Druck beim Prüfen der Pop-out-Schwelle kontrolliert und schrittweise ab; ein schlagartiges Entlüften verfälscht die Messung und lässt das Fahrzeug unerwartet in die Bremse fallen. Stellen Sie während der gesamten Prüfung sicher, dass die Unterlegkeile an ihrem Platz bleiben.
Das Not- und Park-Löseventil ist kein Teil mit festem Wechselintervall; seine Lebensdauer hängt wesentlich von der Qualität der ins System eingespeisten Luft und von den äußeren Bedingungen ab, denen es ausgesetzt ist. Da es unter dem Rahmen sitzt, gelangen Streusalz, Schlamm und Feuchtigkeit direkt an das Gehäuse. Die Bedrohung von innen sind Feuchtigkeit und Öl: In einem System mit erschöpftem Lufttrockner verhärten die O-Ringe des Ventils, die Sitzflächen verschleißen und die innere Leckage beginnt.
Ein hochwertiges Park-Löseventil arbeitet in einem mit sauberer, trockener Luft versorgten System jahrelang störungsfrei. In einem feuchten, verschmutzten und ungewarteten System fällt dagegen selbst das beste Ventil vorzeitig aus. Deshalb ist neben dem Ventilaustausch auch die regelmäßige Wartung der Luftaufbereitungskette (Kompressor, Lufttrockner, Behälterentwässerung) entscheidend für die Lebensdauer des Ventils. Für die beiden Enden dieser Kette lohnt ein Blick auf die VADEN Produktfamilien: die Gruppen Druckluft-Bremskompressoren und Entwässerungsventil mit Trockner (Lufttrockner) umfassen die Bauteile, die Druck- und Feuchtigkeitsqualität der zum Ventil strömenden Luft unmittelbar bestimmen.
Die häufigsten Anzeichen sind: Der Knopf bleibt nicht gedrückt, die Feststellbremse wird trotz gezogenem Knopf nicht aktiviert, am Entlüftungsanschluss bläst dauernd Luft aus, und die Bremse löst sich im Stand mit der Zeit von selbst. Die sichere Diagnose erfolgt, indem ein Manometer an die Federspeicherleitung angeschlossen und das Druckverhalten in den jeweiligen Knopfstellungen beobachtet wird.
In der europäischen (ECE-)Anwendung steuert der gelbe Knopf die Feststellbremse und setzt Fahrzeug bzw. Auflieger beim Ziehen auf die Feststellbremse; der rote Knopf steuert die Anhänger-Vorratsleitung und bremst den Anhänger beim Ziehen fest. Bei manchen Typen und bei Anwendungen aus den USA tritt ein schwarzer Knopf an die Stelle des gelben. Da die Zuordnung von Knopffarbe und Funktion je nach Ventiltyp abweichen kann, sind beim Einbau unbedingt die OE-Dokumentation, die Anschlussziffern am Gehäuse und der Vergleich mit dem Altteil maßgeblich.
Verlassen Sie sich nicht auf ein einzelnes Merkmal; nutzen Sie vier Angaben gemeinsam. Erstens die eingegossene oder eingelaserte Nummer am Gehäuse — meist an der Seitenfläche des Ventilgehäuses oder in der Nähe des Montageflansches; ist sie von Schlamm oder Lack verdeckt, reinigen Sie sie, bis sie lesbar ist. Zweitens die Anschlussanordnung: Wie viele Anschlüsse gibt es und welche ISO-6786-Ziffern trägt das Gehäuse (1 / 2 / 3 oder 11-12 / 21-22)? Drittens die Anzahl der Knöpfe und die Zuordnung von Farbe zu Funktion. Viertens die Gewindemaße der Anschlüsse und der Lochabstand der Befestigung. Optische Ähnlichkeit allein reicht nicht: Zwei von außen identisch wirkende Ventile können sich in der internen Steuerlogik und der Funktionsverteilung der Anschlüsse unterscheiden, und eine falsche Zuordnung kann dazu führen, dass die Feststellbremse überhaupt nicht mehr aktiviert wird. Notieren Sie diese vier Angaben und gleichen Sie sie mit der Vergleichsliste im VADEN Katalog ab; fordern Sie im Zweifelsfall mit Fotos des Altteils technische Unterstützung an.
Weil im Nutzfahrzeug-Bremssystem die Kraft der Feststellbremse von Federn erzeugt wird und die Luft diese Federn lediglich zusammendrückt und die Bremse damit gelöst hält. Wird die Vorratsleitung unterbrochen, entweicht der Druck, die Federn entspannen sich und die Bremse legt an. Das ist keine Störung, sondern gewolltes Sicherheitsverhalten des Systems.
Diese Funktion nutzt den im Anhängerbehälter verbliebenen Druck. Ist der Behälter leer, löst die Bremse auch bei funktionierendem Knopf nicht; zuerst muss Luft ins System gefördert werden. Löst die Bremse trotz ausreichendem Behälterdruck nicht, sind eine innere Blockade im Ventil, eine verstopfte Leitung oder Vereisung zu prüfen.
Nicht immer. Messen Sie zuerst den Behälterdruck: Liegt er unter der Pop-out-Schwelle, verhält sich das Ventil korrekt und das eigentliche Problem liegt auf der Vorrats-/Befüllungsseite. Springt der Knopf bei normalem Druck dennoch heraus, rücken eine innere Leckage im Ventil oder ein Defekt der Pop-out-Stufe in den Vordergrund.
Ursache der Vereisung ist Feuchtigkeit im System. Kurzfristig muss man abwarten, bis das Eis auftaut, ohne das Ventil gewaltsam zu betätigen; die dauerhafte Lösung ist der Wechsel der Trocknerpatrone und die regelmäßige Wasserentwässerung des Behälters. Einen eingefrorenen Knopf mechanisch zu erzwingen, zerstört die Mechanik.
Die Arbeit erfordert das Sichern des Fahrzeugs mit Unterlegkeilen, das vollständige Ablassen des Drucks, den korrekten Anschluss der Leitungen sowie Dichtheits-, Funktions- und Pop-out-Prüfungen nach der Montage. Da die Feststellbremse eine unmittelbare Sicherheitsfunktion ist, empfiehlt sich bei fehlender Ausrüstung und Erfahrung die Ausführung durch eine autorisierte Nutzfahrzeugwerkstatt.
Ein Ventil mit abweichender Anschlussanordnung oder Knopffunktion kann dazu führen, dass der Anhänger beim Abkuppeln nicht auf die Feststellbremse geht, dass sich die Bremse überhaupt nicht mehr lösen lässt oder dass die Pop-out-Sicherung außer Funktion ist. Gleichen Sie immer die OE-Nummer, die Anschlussziffern und den Systemtyp mit dem Altteil ab.
Ein richtig ausgewähltes, mit sauberer Luft versorgtes und fachgerecht montiertes Not- und Park-Löseventil ist die Grundvoraussetzung dafür, dass ein Auflieger sicher abgestellt und bei Bedarf problemlos rangiert werden kann. Die Produktfamilie Park- und Löseventile von VADEN ORIGINAL wird mit Anschlussanordnungen für Nutzfahrzeug- und Anhängersysteme, OE-äquivalenter Steuerlogik und einer für Praxisbedingungen robusten Gehäusekonstruktion gefertigt; in Verbindung mit der richtigen Teilenummernzuordnung und dem OE-Serviceheft sorgt sie für eine zuverlässige und langlebige Feststellbremssteuerung.