Kompressor Kolben, Kolbenringe & Pleuel: Reparaturleitfaden
Nutzfahrzeug-Kompressor Antriebsteil

Kompressor Kolben, Kolbenringe & Pleuel: Reparaturleitfaden

Vaden Team
Vaden Team

Temmuz 14, 2026

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Wenn beim Nutzfahrzeug der Luftdruck abfällt, am Kompressorausgang Öl austritt und aus dem Lufttrockner ständig Öl kommt, führt die Spur meistens zum Antriebsteil des Kompressors – zu Kolben, Kolbenringen und Pleuel. Der im Feld gern als "Kompressor wirft Öl" beschriebene Fehler ist in den meisten Fällen tatsächlich Verschleiß in dieser Baugruppe, ein zu großer Ringstoß oder ein Spiel im Pleuellager. Dieser Leitfaden verbindet die Praxiserfahrung des technischen Teams von VADEN mit der OE-Servicelogik und erklärt, welche Aufgabe dieses Antriebsteil erfüllt, wie es ausfällt sowie die richtigen Schritte für Diagnose, Austausch und Wartung.

E-E-A-T-Hinweis: Dieses Dokument wurde vom technischen Team von VADEN auf Grundlage der Reparaturerfahrung mit Nutzfahrzeug-Kompressoren und der Servicelogik der Hersteller erstellt. Die hier genannten Drehmoment-, Spiel- und Druckwerte sind typische Referenzbereiche; für den genauen Wert ist stets das aktuelle Servicehandbuch des jeweiligen Fahrzeug-/Motorenherstellers maßgeblich. Letzte Aktualisierung: Juli 2026.

Was ist das Kompressor-Kolben-Kolbenring & Pleuel (Antriebsteil)? Aufgabe und Funktionsprinzip

Das Antriebsteil aus Kompressor-Kolben, Kolbenringen & Pleuel ist die bewegte Baugruppe, die den die Luft im Zylinder verdichtenden Kolben, den die Zylinderwand abdichtenden Kolbenringsatz und die die Kurbelbewegung auf den Kolben übertragende Pleuelstange des Luftkompressors in sich vereint und damit direkt für die Druckerzeugung und die Öldichtheit des Kompressors verantwortlich ist.

Das Funktionsprinzip beruht auf derselben Grundlage wie der Motor selbst: Während sich die Kurbelwelle dreht, bewegt das Pleuel den Kolben im Zylinder auf und ab. Beim Abwärtsgang des Kolbens wird über das Einlassventil Luft angesaugt, beim Aufwärtsgang wird diese Luft verdichtet und über das Auslassventil in das Luftsystem (Trockner und Behälter) gefördert. Die Kolbenringe erfüllen gleichzeitig zwei kritische Aufgaben: Sie verhindern, dass die verdichtete Luft zur Kurbelgehäuseseite entweicht (Kompressionsdichtheit), und begrenzen durch Abstreifen des von der Kurbelseite kommenden Ölfilms den Ölübertritt in den Verdichtungsraum (Ölkontrolle). Die Störung dieses Gleichgewichts ist die Grundursache der meisten Kompressorprobleme.

  • Kolben: Meist Aluminiumlegierung oder Grauguss; trägt die Ringnuten und das Kolbenbolzenauge.
  • Kompressionsring: Der/die obere(n) Ring(e), der/die den Druck hält; wärme- und druckbeständig.
  • Ölabstreifring: Streift das überschüssige Öl von der Zylinderwand ab; bestimmt Ölverbrauch und Verkokung.
  • Pleuel (Stange): Der kleine Kopf ist mit dem Kolbenbolzen, der große Kopf mit dem Kurbelzapfen verbunden; wandelt die Kraft von der Dreh- in eine lineare Bewegung um.
  • Pleuellager / -buchsen: Der große Kopf ist ein Gleitlager (mit Deckel) oder je nach Typ ein Wälzlager; Buchse im kleinen Kopf.
  • Kolbenbolzen und Sicherungsringe (Seegerringe): Verbinden den Kolben mit dem Pleuel.

Unterschied im Antriebsteil bei ein- und zweikolbigen Kompressoren

In Nutzfahrzeugen werden je nach Luftbedarf ein- oder zweizylindrige (Tandem-) Kompressoren eingesetzt. Bei den zweizylindrigen Typen gibt es zwei getrennte Kolben-Ring-Gruppen und in der Regel zwei Pleuel; das liefert eine höhere Luftfördermenge, macht aber beim Austausch des Antriebsteils die Auswuchtung, die Ringausrichtung und die Nummerierung der Deckel kritischer. Bei der Bestellung des Antriebsteils müssen Zylinderzahl sowie die Bohrung-Hub-Kombination unbedingt bestätigt werden.

Gleitlager oder Wälzlager-Pleuel?

Bei manchen Nutzfahrzeug-Kompressoren ist der große Pleuelkopf als Gleitlager (mit Lager, mit Deckel) ausgeführt und wird vom Motor mit Drucköl geschmiert. Bei anderen Typen kommt ein Wälzlager-Pleuel zum Einsatz. Diese Unterscheidung ändert sowohl die Ersatzteilauswahl als auch die Montage-/Drehmomentprozedur; eine falsche Typenwahl führt zu vorzeitigem Ausfall.

Zusammenhang mit Schmierungs- und Kühlungsart

Der Kompressor bezieht sein Öl meist aus dem Motorölkreislauf (Druckschmierung) und wird über einen Wassermantel oder durch Luft gekühlt. Die Lebensdauer des Antriebsteils hängt direkt von der Sauberkeit und dem Druck des zugeführten Öls sowie von der Ausreichendheit der Kühlung ab. Deshalb ist ein Ausfall des Antriebsteils oft kein "Teilefehler", sondern eine Folge der Zuführbedingungen.

Kompressortyp / AnwendungTypischer Aufbau des AntriebsteilsZu beachtender Punkt
Einzylindrig, Sattelzugmaschine/Lkw mittlerer TonnageEin Kolben + Pleuel, Gleitlager großer KopfÖlzuführbohrung und Deckelrichtung
Zweizylindrig (Tandem), schwere SattelzugmaschineDoppelter Kolben-Ring-Satz, zwei PleuelAuswuchtung, Deckelnummerierung, Ringstoßrichtung
Wassergekühlter Nutzfahrzeug-KompressorGussgussartiger Kolben, mehrringigIntegrität der Zylinder-/Wassermanteldichtung
Luftgekühlt, leichtes bis mittleres NutzfahrzeugAluminiumkolben, schmale RingeÜberhitzung und Festkleben der Ringe
Die Prüfung der Teilenummer ist zwingend. Auch wenn die Nachbau-Antriebsteile von Kompressoren des Typs Bosch, Knorr-Bremse oder Wabco/ZF von außen ähnlich aussehen, unterscheiden sich Kolbendurchmesser, Bolzendurchmesser, Ringanzahl/-querschnitt und Pleuellagertyp. Gleichen Sie vor der Bestellung unbedingt mit der Herstellernummer des Kompressors, Bohrung-Hub und Zylinderzahl ab; maßgeblich ist die Referenz im OE-Servicekatalog des Motors.

Fehlersymptome und Diagnose

Ausfälle des Antriebsteils entwickeln sich meist schrittweise: Zuerst verlängert sich die Luftfördezeit, dann beginnen Ölverbrauch und -austritt, im fortgeschrittenen Stadium treten mechanische Geräusche und ein völliger Druckverlust auf. Die folgende Tabelle nennt die im Feld am häufigsten auftretenden Symptome zusammen mit den möglichen Ursachen und Prüfmethoden.

SymptomMögliche UrsachePrüfung / Verifizierung
Öl aus dem Lufttrockner/Ausgang, ölhaltige Luft im SystemVerschleiß des Ölabstreifrings, Festkleben der Ringe, Verlust der ZylinderhonungÖlprüfung am Trocknereingang und in den Behältern; Beobachtung des Ölfilms in der Ausgangsleitung
Druck steigt langsam, Kompressor läuft ununterbrochenKompressionsring verschlissen/gebrochen, Zylinderverschleiß, VentilleckageMessung der Druckaufbauzeit; Ventil muss separat ausgeschlossen werden
Klopf-/Klappergeräusch vom Kompressor (mit Drehzahl zunehmend)Lagerspiel im großen Pleuelkopf, Bolzenspiel, gelockerter SeegerringGeräuschvergleich Leerlauf–unter Last; Messung des Lagerspiels bei der Zerlegung
Übermäßiger Druck/Rauch aus der Kurbelgehäuseentlüftung (Blow-by)Ringleckage, Vergrößerung des Zylinder-Kolben-SpielsBlow-by-Beobachtung am Kurbelgehäusestopfen; Messung des Zylinderdurchmessers
Übermäßiger Ölverbrauch, schneller Abfall des MotorölstandsTyp, der Öl zum Kompressor drückt, es aber nicht zurückführt, oder RingleckageÖlrückführleitung und Ringzustand; Farb-/Geruchskontrolle
Überhitzung des Kompressors, Verkokung/Anbrennen am AusgangUnzureichende Kühlung, zu viel Öl + hohe EinschaltdauerKontrolle von Ausgangstemperatur und Wasser-/Luftkühlung; Beobachtung der Karbonablagerung
Luftdruck baut sich gar nicht auf, Kompressor dreht leerGebrochener Ring, Klemmen, Pleuel-/KolbenschadenMechanische Schadenskontrolle durch Zerlegen; Kompressionsgefühl von Hand

Ölaustritt oder Ventilproblem? Methode zur Abgrenzung

Ein erheblicher Teil der Öl- und Druckprobleme am Kompressor stammt in Wirklichkeit von den Ein-/Auslassventilen. Bevor man das Antriebsteil anfasst, sollten Ventilplatte und Ventile geprüft werden; ein Urteil über Ringe und Kolben darf erst gefällt werden, nachdem sich die Ventile als intakt erwiesen haben. Andernfalls wird ein intaktes Antriebsteil unnötig zerlegt.

Geräuschdiagnose: Pleuel oder Bolzen?

Ein Spiel im großen Pleuelkopf erzeugt in der Regel unter Last ein tiefes, rhythmisches Klopfen; ein Kolbenbolzenspiel erzeugt ein metallischeres, doppelt schlagendes ("klingelndes") Geräusch. Eine sichere Abgrenzung gelingt nur durch Spielmessung bei der Zerlegung, aber der Geräuschcharakter zeigt, welchem Bereich Vorrang gegeben werden sollte.

Blow-by und Ablesen des Kurbelgehäusedrucks

Je größer die Ringleckage wird, desto mehr sickert die verdichtete Luft zur Kurbelgehäuseseite durch (Blow-by). Ein an der Kurbelgehäuseentlüftungsöffnung spürbarer starker, anhaltender Druck und ölhaltiger Dampf sind ein deutliches Zeichen dafür, dass die Ring-/Zylindergruppe ihre Lebensdauer erreicht hat. Dieser Befund sollte nicht allein, sondern zusammen mit der Druckaufbauzeit und dem Ölverbrauch bewertet werden.

Austausch- / Einbauschritte

PSA und Sicherheit: Lassen Sie vor Beginn der Arbeit den Druck im Luftbehälter vollständig ab, stellen Sie den Motor ab, klemmen Sie den Batteriepol ab und warten Sie, bis das System abgekühlt ist. Druckluft und heiße Oberflächen bergen Verletzungsgefahr. Verwenden Sie Schutzbrille, Handschuhe und geeignetes Hebezeug. Die folgenden Schritte sind eine allgemeine Referenz; für Anzugsdrehmomente und Spielwerte ist das Servicehandbuch des Herstellers maßgeblich.
  1. System sichern: Luftdruck ablassen, Batterie abklemmen, Kompressor abkühlen lassen und den Arbeitsbereich reinigen.
  2. Anschlüsse markiert lösen: Lufteinlass-/-auslassleitungen, Ölzuführ- und -rückführrohre sowie ggf. Wasserkühlschläuche nummeriert trennen; Öffnungen verschließen, um Verschmutzung zu vermeiden.
  3. Kompressor ausbauen (falls nötig): Für vollen Zugang zum Antriebsteil wird der Kompressor aus dem Fahrzeug ausgebaut und auf eine saubere Werkbank gelegt; auf die Kupplungs-/Zahnradseite achten.
  4. Zylinderkopf und Ventilplatte abnehmen: Die Schrauben über Kreuz lösen; Dichtung und Ventilplatte zur Beurteilung abnehmen.
  5. Kurbelgehäusedeckel öffnen und Zugang zur Kurbelwelle schaffen: An die Pleueldeckel gelangen; die Markierungen von Deckel und Gehäuse unbedingt notieren (die Deckel dürfen nicht vertauscht werden).
  6. Pleuel ausbauen: Die Deckelschrauben lösen, Lager/Deckel des großen Kopfes abnehmen, die Pleuel-Kolben-Gruppe im Zylinder nach oben herausdrücken; die Zylinderwand nicht mit Ringresten verkratzen.
  7. Kolben und Ringe trennen: Die Seegerringe entfernen, den Bolzen ausbauen; die alten Ringe mit der Kolbenringzange abnehmen. Zylinder- und Kolbenoberfläche untersuchen.
  8. Messen und entscheiden: Zylinderdurchmesser, Ovalität, Kolbendurchmesser-Spiel und Pleuellagerspiel messen; liegen Werte außerhalb der Grenze, das Antriebsteil komplett tauschen, bei verschlissenem Zylinder eine Bewertung von Gehäuse/Zylinder vornehmen.
  9. Neue Ringe einsetzen: Den Ringstoß (Stoßspiel) prüfen, die Stöße im vom Hersteller angegebenen Winkel versetzt (nicht übereinander) einbauen; auf die Richtung des Ölabstreifers achten.
  10. Kolben montieren und in den Zylinder einführen: Kolbenbolzen einsetzen und neue Seegerringe einlegen, mit einem Kolbenringspannband (Piston Ring Compressor) die Ringe zusammendrücken und den Kolben schadfrei in den Zylinder einführen; die Einbaurichtungsmarkierung beachten.
  11. Pleuel anbauen, anziehen und prüfen: Den Deckel in der richtigen Richtung anbauen, die Schrauben mit Drehmoment und Reihenfolge aus dem Servicehandbuch stufenweise anziehen; die Kurbelwelle von Hand drehen und auf Klemmen/Freigängigkeit prüfen. Anschließend Ventilplatte, Dichtung und Deckel mit neuen Dichtungen montieren und anziehen.

Zu beachten (häufige Fehler)

Bringen Sie die Ringstöße nicht auf eine Linie. Wenn die Ringstöße (Stoßspiele) übereinanderliegen, entsteht ein direkter Leckkanal; der Kompressor wirft vom ersten Tag an Öl und hält keinen Druck. Die Stöße müssen in den vom Hersteller angegebenen Winkeln versetzt verteilt werden.
Vertauschen Sie die Pleueldeckel nicht und improvisieren Sie das Drehmoment nicht. Die Deckel müssen zum eigenen Gehäuse und in der markierten Richtung angebaut werden; die Deckelschrauben dürfen nicht "nach Gefühl", sondern mit dem Handbuch-Drehmoment und bei Bedarf mit Einweg-Schrauben montiert werden. Ein falsches Drehmoment führt zu Lagerklemmen oder Spiel.
  • Alte Ventile, Dichtungen und Seegerringe nicht wiederverwenden; beim Austausch des Antriebsteils müssen die Dichtelemente erneuert werden.
  • Nur die Ringe zu tauschen, obwohl der Zylinder verschlissen oder oval ist, ist keine dauerhafte Lösung; die Leckage kehrt in kurzer Zeit zurück.
  • Vernachlässigen Sie bei der Montage die Schmierung nicht; Ringe und Zylinder trocken einzusetzen führt beim ersten Lauf zu Kratzern und Klemmen.
  • Montieren Sie nicht, ohne Ölzuführ- und -rückführleitung zu reinigen; eine schmutzige Zuführung ruiniert auch das neue Antriebsteil in kurzer Zeit.
  • Es ist ein häufiger Fehler, den Ring zu tauschen, weil der Kompressor zu viel Öl warf, und dabei die eigentliche Ursache (verstopfte Ölrückführung, zu hoher Kurbelgehäusedruck, Ventilleckage) zu übergehen.
  • Ignorieren Sie die Kolbenrichtungsmarkierung (Pfeil/Kerbe) und die "TOP"-Markierung des Rings nicht.

Technische Werte und Prüfpunkte

Die folgenden Werte sind typische / allgemeine Referenzbereiche für Nutzfahrzeug-Kompressoren; der genaue Betriebsdruck sowie Spiel- und Drehmomentwerte hängen vom Kompressortyp und vom Fahrzeughersteller ab. Für den endgültigen Wert ist stets das OE-Servicehandbuch maßgeblich.

ParameterTypischer ReferenzbereichAnmerkung
Systemabschaltdruck (Governor)~10–13 bar (≈145–190 psi)Variiert je nach Fahrzeug-Luftsystem
Kompressor-Ausgangstemperatur (Druckseite)Meist < 200–220 °C kurzzeitige SpitzeDauerhaft zu hohe Temperatur führt zu Verkokung
Ringstoßspiel (Stoß)~0,20–0,50 mm (typisch)Je nach Zylinderdurchmesser aus dem Handbuch zu entnehmen
Kolben-Zylinder-SpielGrößenordnung ~0,03–0,10 mmBei Verschleiß nimmt das Blow-by zu
Lagerspiel großer PleuelkopfGrößenordnung Zehntel-Hundertstel mm (handbuchabhängig)Hauptquelle des Klopfgeräuschs
Ölzuführdruck (vom Motor)Konform mit dem MotoröldruckNiedriger Druck führt zu vorzeitigem Verschleiß

Auch die Drehmomentwerte variieren je nach Typ; die folgende Tabelle zeigt nur die Größenordnung als Referenz, der tatsächliche Wert ist dem Handbuch zu entnehmen.

VerbindungTypischer Drehmomentbereich (Referenz)Anwendungshinweis
Pleuel-Deckelschraube~20–45 Nm + Winkel (je nach Typ)Reihenfolge und Stufe laut Handbuch; bei Bedarf neue Schraube
ZylinderkopfschraubenGrößenordnung ~20–40 NmÜber Kreuz und stufenweise anziehen
Ventilplatten- / KopfschraubenStufenweise laut HandbuchFür das Setzen der Dichtung ist die Reihenfolge wichtig
Tipp: Schreiben Sie die Drehmomentwerte auf eine Tabelle und nehmen Sie diese mit, und verwenden Sie unbedingt einen kalibrierten Drehmomentschlüssel. Bei winkelgesteuert (Torque-to-Angle) angezogenen Verbindungen wie dem Pleuel drückt ein Anziehen "nach Augenmaß" entweder das Lager platt oder lässt Spiel – beides bedeutet vorzeitigen Ausfall.
  • Prüfen Sie die Zylinderwand auf Verlust der Honung (Honspuren) und ovalen Verschleiß.
  • Prüfen Sie die Ringnuten auf Karbon/Festkleben und die freie Beweglichkeit der Ringe.
  • Vergewissern Sie sich, dass die Ölrückführbohrung offen und sauber ist.
  • Drehen Sie die Kurbelwelle von Hand und bestätigen Sie einen bei jeder Umdrehung gleichmäßigen Widerstand (kein Klemmen).
  • Beobachten Sie beim ersten Lauf Ölaustritt, Geräusch und Druckaufbauzeit.

Wartung und Lebensdauer

Die Lebensdauer des Kompressor-Antriebsteils hängt weit mehr von den Betriebsbedingungen als vom Teil selbst ab. Mit sauberem Öl mit korrektem Druck, ausreichender Kühlung und angemessener Einschaltdauer (Duty Cycle) läuft das Antriebsteil lange störungsfrei; mit schmutzigem Öl, verstopfter Rückführleitung und ständiger Volllast ist es schnell am Ende.

  • Motoröl und Filter rechtzeitig wechseln: Da der Kompressor sein Öl vom Motor bezieht, ist die Ölqualität unmittelbar die Lebensdauer des Antriebsteils.
  • Lufttrocknerpatrone regelmäßig wechseln: Ein gesättigter Trockner führt zur Ansammlung von Feuchtigkeit und Öl im System sowie zu Gegendruck.
  • Ölrückführ- und -zuführleitungen kontrollieren: Eine Verstopfung führt zu Ölansammlung im Kurbelgehäuse und zur Überlastung der Ringe.
  • Leckagen früh beheben: Eine ständige Leckage erhöht den Duty Cycle des Kompressors; ein ununterbrochen laufender Kompressor erhitzt sich und verschleißt schneller.
  • Ausgangstemperatur und Verkokung überwachen: Überhitzung ist der Vorbote von Ringfestkleben und Ölanbrennen.
  • Behälter regelmäßig entwässern/entölen: Angesammeltes Kondensat ist ein früher Indikator für die Systemgesundheit.

Nach der Erneuerung des Antriebsteils sollten in den ersten Kilometern Druckaufbauzeit, Ölverbrauch und Trocknerausgang genau beobachtet werden; werden Frühwarnzeichen (ölhaltige Luft, sich verlängernde Fördezeit) erkannt, lassen sich große Ausfälle und Liegenbleiben vermeiden. Die Trias aus richtigem Teil, richtiger Montage und regelmäßiger Wartung ist der günstigste Weg, das Antriebsteil – die teuerste Baugruppe des Kompressors – zu schützen.

Häufig gestellte Fragen

Der Kompressor wirft ständig Öl – reicht es, nur die Ringe zu tauschen?

Meistens reicht es nicht. Ölwerfen entsteht neben Ringverschleiß auch durch eine verstopfte Ölrückführleitung, einen verschlissenen Zylinder oder eine Ventilleckage. Ist der Zylinder oval oder die Rückführleitung verstopft, beginnt auch ein neuer Ring in kurzer Zeit Öl zu werfen. Zuerst muss die Grundursache verifiziert und bei Bedarf das Antriebsteil komplett getauscht werden.

Soll ich das Antriebsteil komplett oder in Einzelteilen kaufen?

Bei Nutzfahrzeugen wird in der Regel empfohlen, Kolben, Ringe, Bolzen und Pleuellager gemeinsam (als Antriebsteil/Reparatursatz) zu erneuern; ein einzelnes Teil zu tauschen und die anderen alt zu belassen, führt zu ungleichmäßigem Verschleiß und vorzeitigem Ausfall. Ist auch der Zylinder außerhalb der Grenze, sind Gehäuse/Zylinder gesondert zu bewerten.

Warum ist das Stoßspiel des Kolbenrings wichtig?

Beim Erwärmen dehnt sich der Ring aus; ist das Stoßspiel zu klein, klemmt der Ring im Zylinder und bricht, ist es zu groß, lässt er Druck entweichen. Deshalb muss bei der Montage das Stoßspiel gemäß Handbuchwert geprüft und die Stöße dürfen nicht übereinander gebracht, sondern verteilt werden.

Vom Kompressor kommt ein Klopfgeräusch – ist das Pleuel defekt?

Ein mit der Drehzahl zunehmendes, unter Last deutlicher werdendes rhythmisches Klopfen deutet meist auf ein Spiel im großen Pleuelkopf hin; ein metallischerer Doppelschlag kann ein Kolbenbolzenspiel sein. Die sichere Abgrenzung erfolgt durch Zerlegen und Spielmessung. Bei Geräusch sollte der Kompressor, ohne ihn zu überlasten, in Service gegeben werden.

Ich habe ein neues Antriebsteil eingebaut – worauf muss ich beim ersten Lauf achten?

Beobachten Sie Ölaustritt, ungewöhnliches Geräusch und Druckaufbauzeit; bestätigen Sie bei der Montage, dass sich die Kurbelwelle von Hand frei dreht. Prüfen Sie in den ersten Kilometern, ob am Trocknerausgang Öl ist, und den Motorölstand. Ein frühes Anzeichen ermöglicht es, einen Montagefehler zu erkennen, bevor er sich zu einem großen Ausfall entwickelt.

Hält ein Nachbau- (Aftermarket-) Antriebsteil so lange wie OE?

Hochwertige Nachbau-Antriebsteile, die in korrektem Maß, Material und Toleranz gefertigt sind, geben bei einer der OE-Logik entsprechenden Montage und Wartung eine lange Lebensdauer. Entscheidend ist, dass das Teil genau zum Kompressortyp passt (Durchmesser, Bolzen, Ringquerschnitt, Lagertyp) und dass die Montage nach Handbuch erfolgt. Ein unpassendes Maß oder minderwertiges Material führt unabhängig von der Marke zu vorzeitigem Ausfall.

Warum überhitzt der Kompressor und wie wirkt sich das auf das Antriebsteil aus?

Ein hoher Duty Cycle (Dauerbetrieb), unzureichende Kühlung oder zu viel Öl erhöhen die Ausgangstemperatur. Eine zu hohe Temperatur brennt das Öl an, lagert Karbon in den Ringnuten ab und klebt den Ring fest; das Ergebnis ist wiederum Ölwerfen und Druckverlust. Leckagen zu beheben und die Kühlung sicherzustellen schützt das Antriebsteil.

Wie oft ist eine Kontrolle/Erneuerung nötig?

Statt auf eine feste Laufleistung wird auf die Symptome geachtet: ölhaltige Luft, sich verlängernde Fördezeit, steigender Ölverbrauch und Blow-by. Wenn diese Zeichen auftreten, ist es Zeit für eine Kontrolle. Bei Fahrzeugen mit regelmäßiger Öl-/Filter- und Trocknerwartung gibt das Antriebsteil eine deutlich längere Lebensdauer.

Ein hochwertiges Antriebsteil, das passend zum Kompressortyp Ihres Fahrzeugs in korrekter Bohrung-Hub-, Bolzenmaß- und Lagerbauweise gefertigt ist, bietet eine sichere und langlebige Lösung in der kritischsten Baugruppe des Kompressors. Die Produktfamilie VADEN ORIGINAL Kompressor-Kolben-Kolbenring & Pleuel (Antriebsteil) wird für Nutzfahrzeug-Kompressoren mit einem der OE-Logik entsprechenden Maß- und Materialverständnis angeboten; um die zu Ihrem Fahrzeug passende Referenz zu bestätigen und das richtige Antriebsteil auszuwählen, können Sie unsere Produktfamilie ansehen.

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