Auspuffbremse Lkw: Störung, Wechsel & Wartung - VADEN
Auspuff-/Motorbremse (Zylinder+Drosselklappe+Ventil)

Auspuffbremse Lkw: Störung, Wechsel & Wartung - VADEN

Vaden Team
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Temmuz 14, 2026

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Jeder Fahrer, der auf langen GefĂ€llestrecken die Betriebsbremse schonen möchte, verlĂ€sst sich in Wahrheit auf die Motorbremse. Wer im schweren Nutzfahrzeug einen 40-Tonnen-Zug allein mit Scheibe und Belag abbremsen will, ĂŒberhitzt die BelĂ€ge und riskiert Fading (Bremsschwund). Genau hier kommt die Auspuff-/Motorbremse ins Spiel: Sie verwandelt den Motor vorĂŒbergehend in einen Luftkompressor und verzögert das Fahrzeug, ohne die Radbremsen zu betĂ€tigen. Im Werkstattalltag hört man hĂ€ufig Klagen wie „die Auspuffbremse greift nicht", „die Drosselklappe schließt nicht" oder „die Motorbremse ist schwĂ€cher geworden"; die Grundursache ist meist ein Druckverlust, eine festsitzende Drosselklappenwelle oder ein ermĂŒdetes Ventil. Dieser Leitfaden stellt die Auspuffbremsgruppe (Zylinder + Drosselklappe + Ventil) vor und erklĂ€rt in praxisnaher Sprache, wie man die Störung diagnostiziert, das Bauteil wechselt und wartet.

Dieses Dokument wurde vom technischen Team von VADEN auf Basis der Feld- und Werkstatterfahrung mit Auspuff-/Motorbremssystemen schwerer Nutzfahrzeuge zusammengestellt. Die hier genannten Werte sind typische Richtwerte; fĂŒr exakte Angaben zu Anzugsmoment, Druck und Spiel ist stets das OE-Serviceheft des Fahrzeugs/Motors maßgebend. Letzte Aktualisierung: Juli 2026.

Was ist die Auspuff-/Motorbremse (Zylinder+Drosselklappe+Ventil)? Aufgabe und Funktionsprinzip

Die Auspuff-/Motorbremse ist ein pneumatisch gesteuertes Hilfsbremssystem, das durch Schließen einer Drosselklappe im Abgasstrang einen Gegendruck im Motor aufbaut und den Motor dadurch – ohne zusĂ€tzlichen Kraftstoffverbrauch – in ein verzögerndes Element (Retarder) verwandelt.

Das Funktionsprinzip ist einfach, aber wirkungsvoll: BetĂ€tigt der Fahrer das Pedal bzw. den Hebel der Auspuffbremse, spricht das Elektroventil (Magnetventil) an und leitet die Druckluft aus dem Fahrzeugluftsystem zum Bremszylinder. Der Kolben des Zylinders dreht ĂŒber einen Gelenkhebel die Drosselklappe im Abgasstrang und schließt sie. Wird der Abgasaustritt gedrosselt, muss der Motor zusĂ€tzliche Arbeit leisten, um das Gas aus den Zylindern zu drĂŒcken; diese „Arbeit" wird durch die von den RĂ€dern aufgenommene Energie gedeckt, und das Fahrzeug verzögert. Gleichzeitig wird bei vielen Systemen die Kraftstoffzufuhr abgeschaltet, sodass sich der Motor vollstĂ€ndig wie eine Luftpumpe verhĂ€lt.

Da die Auspuffbremse unabhĂ€ngig von den Radbremsen arbeitet, schont sie die Betriebsbremse, verlĂ€ngert die Lebensdauer von Belag und Scheibe und verhindert auf langen GefĂ€llestrecken die Überhitzung der Bremse (Fading). In modernen Euro-5-/Euro-6-Fahrzeugen arbeitet diese Gruppe in der Regel integriert mit dem EBS und dem MotorsteuergerĂ€t; bei einigen schweren Sattelzugmaschinen wird neben der Auspuffbremse zusĂ€tzlich eine Motorbremse (Dekompressionstyp) oder ein hydraulischer/elektromagnetischer Retarder verbaut.

Die wichtigsten Bauteile des Systems

  • Bremszylinder (Aktuator): Pneumatikzylinder, der Druckluft in eine lineare Bewegung umsetzt; erzeugt die Stellkraft zum Öffnen und Schließen der Drosselklappe.
  • Drosselklappe (Throttle/Flap) und GehĂ€use: Scheibenförmiges Ventil, das sich im Abgasstrom dreht; im geschlossenen Zustand baut es den Gegendruck auf.
  • Drosselklappenwelle und Buchsen: Die die Klappe tragende, bei hohen Temperaturen arbeitende Welle; Kohlenstoffablagerungen in den Buchsen fĂŒhren zum Festsitzen.
  • Gelenkhebel / Gabel (Linkage): Mechanische Verbindung, die die Zylinderbewegung auf die Drosselklappenwelle ĂŒbertrĂ€gt.
  • Magnetventil (Elektroventil): Steuerventil, das den Luftweg ĂŒber das ECU-Signal öffnet und schließt.
  • RĂŒckstellfeder und Dichtungen: Feder, die die Klappe beim Lösen der Bremse in die geöffnete Stellung zurĂŒckfĂŒhrt, sowie die Dichtelemente.

Auspuffbremse oder Kompressions-(Motor-)bremse?

Die Terminologie wird in der Praxis oft verwechselt. Die „Auspuffbremse" ist ein Drosselsystem mit Klappe; sie ist gĂŒnstig, robust und liefert selbst bei niedriger Drehzahl ein gewisses Moment. Die „Kompressions-/Dekompressions-Motorbremse" (vergleichbar mit dem Jake-Typ) greift dagegen in die Ventilsteuerzeiten ein und lĂ€sst die verdichtete Luft am oberen Totpunkt ab, wodurch sie eine deutlich höhere Bremsleistung erzeugt; sie ist jedoch komplexer und teurer. In vielen schweren Sattelzugmaschinen werden beide zusammen und gestuft eingesetzt.

Typenvergleich und Anwendung

MerkmalAuspuff-(Klappen-)bremseKompressions-Motorbremse
ArbeitsweiseDrosseln des Abgasstrangs / GegendruckAblassen der verdichteten Luft ĂŒber das Ventil
BremsleistungNiedrig–mittelHoch
DrehzahlabhÀngigkeitAuch bei niedriger Drehzahl etwas wirksamBei hoher Drehzahl sehr wirksam
KomplexitÀt / KostenNiedrigHoch
Typische AnwendungVerteilerverkehr, mittlere Tonnage, StadtverkehrSchwere Sattelzugmaschine, Fernverkehr, Bergstrecke

PrĂŒfung der Teilenummer: Auspuffbremszylinder, Drosselklappendurchmesser und das Lochbild des Flansches variieren je nach Motor und AbgaskrĂŒmmer-/Turboaustritt. PrĂŒfen Sie vor der Bestellung unbedingt anhand der Fahrgestell-/Motornummer die OE-Teilenummer, den Drosselklappendurchmesser und den Anschlussflansch. Eine „Àhnlich aussehende" Klappe liefert bei abweichendem Durchmesser einen anderen Gegendruck und verschlechtert die Bremsleistung.

Störungssymptome und Diagnose

Störungen an der Auspuffbremse schleichen sich meist unauffĂ€llig ein: Der Fahrer sagt „sie greift nicht mehr wie frĂŒher", aber es leuchtet nicht unbedingt eine eindeutige Fehlerlampe auf. Die folgende Tabelle fasst die hĂ€ufigsten Symptome, ihre möglichen Ursachen und die PrĂŒfmethode zusammen.

SymptomMögliche UrsacheKontrolle / PrĂŒfung
Auspuffbremse spricht gar nicht anMagnetventildefekt, Sicherungs-/Kabelunterbrechung, keine LuftversorgungSteuerspannung am Magnetventil messen, Luftleitungsdruck prĂŒfen, ECU-Fehlercode auslesen
Bremse zu schwach, verzögert das Fahrzeug nicht ausreichendDrosselklappe schließt nicht vollstĂ€ndig, Luftleckage, Gelenkeinstellung verstelltKlappenstellung visuell beobachten, Zylinderhub messen, Leckage mit Seifenschaum suchen
Klappe bleibt offen / öffnet verzögertRĂŒckstellfeder ermĂŒdet, Welle klemmt in der Buchse, KohlenstoffablagerungFeder und WellenfreigĂ€ngigkeit von Hand prĂŒfen, Buchsenspiel kontrollieren
Bleibt dauerhaft aktiv, Motor wĂŒrgt abMagnetventil hĂ€ngt fest, Zylinder dreht nicht, Klappe klemmt geschlossenMagnetventil elektrisch prĂŒfen, Zylinderauslass abhören, Klappe lösen und testen
Klappern / metallisches GerĂ€usch beim AnsprechenSpiel im Gelenkhebel, verschlissene Buchse, loser FlanschVerbindungselemente mit Drehmoment anziehen, Spiel prĂŒfen, Flanschdichtung untersuchen
Abgas-/Luftleckage an der Verbindung, RußspurenFlanschdichtung durchgebrannt, Zylinderdichtung undichtLeckspur im heißen Zustand suchen, Dichtung und Wellendichtring visuell prĂŒfen
Bremse reagiert verzögert (Verzögerung)Engstelle in der Luftleitung, Feuchtigkeit/Eisbildung, Magnetventil trĂ€geLufttrockner und LeitungsentwĂ€sserung prĂŒfen, Ansprechzeit messen

Visuelle und akustische Vorkontrolle

Beginnen Sie die Diagnose stets mit der gĂŒnstigsten Methode: Aktivieren Sie bei laufendem Motor im Leerlauf die Auspuffbremse und beobachten Sie die Bewegung von Klappe/Gelenk. Die Klappe muss mit einem deutlichen „Klick" schließen und beim Loslassen schnell wieder öffnen. Eine langsame, zögerliche oder halbe Bewegung deutet auf ein Problem mit Feder, Buchse oder Luftdruck hin. Beim Ansprechen muss das AbgasgerĂ€usch merklich dumpfer werden.

Pneumatische und elektrische PrĂŒfung

Kontrollieren Sie die zum Zylinder fĂŒhrende Luftleitung mit einem Manometer; ist der Systemdruck abgefallen, schließt die Klappe nicht vollstĂ€ndig. Kommt im Moment der Ansteuerung keine Versorgungsspannung am Magnetventil an, liegt der Fehler auf der elektrischen Seite: PrĂŒfen Sie Sicherung, Relais, Kabel und ECU-Ausgang der Reihe nach. Das Auslesen der Fehlercodes des Auspuffbremsaktuators mit dem DiagnosegerĂ€t weist vor der mechanischen Demontage die Richtung.

Festsitzen durch Kohlenstoff und Temperatur

Die Auspuffbremse arbeitet stĂ€ndig in Gas von etwa 400–600 °C. Mit der Zeit lagern sich Kohlenstoff/Ruß an Welle und Buchse ab; die Klappe „klebt" halb offen fest. In diesem Fall wird die Bremse schwĂ€cher, selbst wenn pneumatische und elektrische Seite in Ordnung sind. LĂ€sst sich die Welle nicht von Hand drehen oder geht schwergĂ€ngig, ist das das deutlichste Zeichen dafĂŒr, dass eine Kohlenstoffreinigung oder ein Austausch der Gruppe erforderlich ist.

Austausch- / Einbauschritte

PSA und Sicherheit: Die Auspuffbremsgruppe ist unmittelbar nach dem Motorbetrieb sehr heiß – warten Sie zur Vermeidung von Verbrennungen, bis das System vollstĂ€ndig abgekĂŒhlt ist. Verwenden Sie hitzebestĂ€ndige Handschuhe und eine Schutzbrille. Lassen Sie vor Arbeitsbeginn den Luftdruck des Fahrzeugs ab, trennen Sie den Minuspol der Batterie und sichern Sie das Fahrzeug mit Unterlegkeil/Handbremse. Arbeiten Sie vorsichtig im Bereich heißer MotoroberflĂ€chen und der Turbozone.

  1. Vorbereitung und Sicherung: Stellen Sie das Fahrzeug auf ebenen Boden, ziehen Sie die Handbremse an und legen Sie Unterlegkeile an die RĂ€der. Lassen Sie den Druck des LuftbehĂ€lters ab, trennen Sie die Batterie und warten Sie das AbkĂŒhlen des Systems ab.
  2. Verbindungen markieren: Fotografieren oder markieren Sie den elektrischen Steckverbinder des Magnetventils, den Luftschlauch und die Einstellposition des Gelenks vor der Demontage; das dient beim Einbau als Referenz.
  3. Luft und Strom trennen: Ziehen Sie den zum Zylinder fĂŒhrenden Luftschlauch und den Magnetventilstecker vorsichtig ab; verschließen Sie die Schlauchenden, damit kein Schmutz eindringt.
  4. Gelenk lösen: Demontieren Sie den Gelenkhebel/die Gabel, die Zylinder und Drosselklappenwelle miteinander verbinden. Erneuern Sie bei Verschleiß Bolzen und Gabel.
  5. Zylinder ausbauen: Lösen Sie die Befestigungsschrauben des Bremszylinders und entnehmen Sie den Aktuator. PrĂŒfen Sie den Zustand der Dichtungen und Wellendichtringe.
  6. Drosselklappengruppe ausbauen: Lösen Sie die Flanschschrauben des Abgasstrangs und nehmen Sie das DrosselklappengehÀuse heraus. Reinigen Sie die FlanschflÀche von alten Dichtungsresten.
  7. FlĂ€chen reinigen und prĂŒfen: Kontrollieren Sie FlanschflĂ€che, Wellenlager und Buchsen; suchen Sie nach Kohlenstoffablagerungen und Rissen. Ein verzogener Flansch wird undicht.
  8. Neue Gruppe einsetzen: Montieren Sie das neue DrosselklappengehĂ€use mit neuer Dichtung. Setzen Sie die Schrauben von Hand an und ziehen Sie sie ĂŒber Kreuz, schrittweise auf das OE-Drehmoment an.
  9. Zylinder und Gelenk anschließen: Bauen Sie den Zylinder ein und verbinden Sie den Gelenkhebel in der von Ihnen markierten Position. Stellen Sie sicher, dass die Klappe vollstĂ€ndig öffnet und vollstĂ€ndig schließt.
  10. Luft und Strom anschließen: Setzen Sie Luftschlauch und Magnetventilstecker wieder ein. PrĂŒfen Sie, dass die Verbindungen dicht sitzen.
  11. Test und Leckkontrolle: Schließen Sie die Batterie an, fĂŒllen Sie den Luftdruck auf, aktivieren Sie die Auspuffbremse mehrmals und kontrollieren Sie Klappenbewegung und mögliche Leckagen. BestĂ€tigen Sie die Bremswirkung mit einer kurzen Probefahrt.

Worauf zu achten ist (hÀufige Fehler)

Verwenden Sie die alte Dichtung nicht erneut. Die Abgasflanschdichtung ermĂŒdet bei hohen Temperaturen; eine ausgebaute Dichtung wird fast immer undicht. Verwenden Sie bei jeder Montage eine neue Dichtung und hinterlassen Sie die FlanschflĂ€che glatt und sauber.

Stellen Sie das Gelenk nicht „nach Augenmaß" ein. Ein zu kurz eingestellter Hebel fĂŒhrt dazu, dass die Klappe nicht vollstĂ€ndig schließt (schwache Bremse), ein zu lang eingestellter Hebel dazu, dass sie nicht in die geöffnete Stellung zurĂŒckkehrt (AbwĂŒrgen des Motors, ĂŒbermĂ€ĂŸiger Gegendruck). Halten Sie sich an die von Ihnen markierte OE-Position.

  • Ziehen Sie die Schrauben nicht in einem Zug auf das volle Drehmoment an; ziehen Sie ĂŒber Kreuz und schrittweise an, sonst verzieht sich der Flansch.
  • Lassen Sie den Luftschlauch nicht geknickt/gequetscht; eine Engstelle verzögert das Ansprechen der Bremse.
  • SchĂŒtzen Sie den Magnetventilstecker vor Schmutz und Feuchtigkeit; ein Kontaktausfall verursacht sporadische Störungen und erschwert die Diagnose.
  • Drehen Sie die Drosselklappenwelle nicht mit Gewalt; bei Festsitzen fĂŒhren Sie eine Kohlenstoffreinigung durch und riskieren Sie keinen Wellenbruch.
  • Lassen Sie die AnschlĂŒsse von Turbo und AbgaskrĂŒmmer nicht lose; sekundĂ€re Leckagen mindern die Leistung.
  • Bauen Sie keine „Àhnliche" Klappe mit abweichendem Durchmesser/Typ ein; der Gegendruck Ă€ndert sich und das Gleichgewicht von Motor und Bremse wird gestört.

Technische Werte und Kontrollpunkte

Die folgenden Werte sind typische/allgemeine Richtwerte fĂŒr Auspuffbremssysteme schwerer Nutzfahrzeuge; sie variieren je nach Motor und Hersteller. FĂŒr den exakten Wert ist stets das OE-Serviceheft maßgebend.

ParameterTypischer RichtbereichHinweis
Systemluftdruck~7–9 bar (100–130 psi)Gemeinsam mit dem Pneumatiksystem des Fahrzeugs
Gegendruck der Auspuffbremse~2,5–5 bar (35–72 psi)AbhĂ€ngig von Motor und Drosselklappendurchmesser
Abgas-Betriebstemperatur~400–600 °CVariiert je nach Last und Drehzahl
Schließwinkel der DrosselklappeVollstĂ€ndig geschlossen ≈ quer zum StrangEin kleines Bypass-Spiel kann vorhanden sein
Steuerspannung des Magnetventils24 V DC nominalStandard im schweren Nutzfahrzeug
Ansprechzeit der BremseKurz (~unter einer Sekunde)Deutliche Verzögerung ist ein Störungszeichen

Typische Drehmomentbereiche fĂŒr Verbindungselemente (nur allgemeine Referenz; das OE-Handbuch ist maßgebend):

VerbindungspunktTypischer Drehmomentbereich
Abgasflanschschrauben (M8)~20–30 Nm
Abgasflanschschrauben (M10)~40–55 Nm
Zylinderbefestigungsschrauben~20–35 Nm
Sicherungsmutter des Gelenkhebels~15–25 Nm

BerĂŒcksichtigen Sie beim Anziehen der Drehmomentwerte die Schraubenklasse (8.8 / 10.9) und die Hochtemperaturumgebung. Verwenden Sie bei Schrauben in der heißen Zone, sofern der Hersteller es vorsieht, eine Hochtemperatur-Montagepaste/Schraubensicherung und halten Sie die Kreuz-Anzugsreihenfolge ein.

Feld-Checkliste:

  • Erreicht die Klappe die vollstĂ€ndig geöffnete und vollstĂ€ndig geschlossene Stellung frei?
  • Gibt es beim Ansprechen eine deutliche Verzögerung und ein Dumpferwerden des AbgasgerĂ€uschs?
  • Gibt es an der Flansch- und Zylinderverbindung eine Luft-/Abgasleckage oder Rußspuren?
  • Sind Magnetventilstecker und Luftschlauch intakt und dicht?
  • Ist Gelenkspiel, Klappern oder Lockerheit spĂŒrbar?

Wartung und Lebensdauer

Die Auspuff-/Motorbremse ist bei richtiger Nutzung ein wartungsarmes System; wird sie jedoch aufgrund der stĂ€ndig hohen Temperatur und des Rußes vernachlĂ€ssigt, setzt sie sich mit der Zeit fest und wird schwĂ€cher. Die Gruppe bei der planmĂ€ĂŸigen Wartung visuell zu kontrollieren, die WellenfreigĂ€ngigkeit zu prĂŒfen und nach Leckagen zu suchen, verlĂ€ngert die Lebensdauer deutlich.

  • PrĂŒfen Sie bei der planmĂ€ĂŸigen Wartung, dass sich die Drosselklappenwelle frei dreht und die RĂŒckstellfeder straff ist.
  • Reinigen Sie beginnende Kohlenstoffablagerungen frĂŒhzeitig; eine „festsitzende" Klappe abzuwarten beschleunigt den Verschleiß von Welle und Buchse.
  • VernachlĂ€ssigen Sie bei der Wartung nicht den Lufttrockner und die LeitungsentwĂ€sserung; Feuchtigkeit verursacht Korrosion/Vereisung an Magnetventil und Zylinder.
  • Erneuern Sie das Bauteil bei der kleinsten Undichtigkeit an Flanschdichtung und Zylinderdichtring; eine kleine Leckage wĂ€chst schnell.
  • Beobachten Sie das Spiel an Gelenkbolzen und -gabel; mit zunehmendem Spiel verstellt sich die Einstellung und die Bremswirkung nimmt ab.
  • Halten Sie die Steckverbindung des Magnetventils sauber und trocken; Korrosion ist die Ursache Nummer eins sporadischer Störungen.

Grundregel: Auch wenn die Auspuffbremse nicht als „Verschleißteil" gilt, ermĂŒden Buchse, Dichtung, Feder und Magnetventil aufgrund der anspruchsvollen Betriebsumgebung mit der Zeit. Eine frĂŒhe Diagnose und die Verwendung von Ersatzteilen in OriginalqualitĂ€t schĂŒtzen sowohl die Bremssicherheit als auch die Lebensdauer des Betriebsbremssystems (Belag/Scheibe).

HĂ€ufig gestellte Fragen

Sind Auspuffbremse und Motorbremse dasselbe?

Nicht ganz. Die Auspuffbremse ist ein einfaches System, das durch Schließen der Drosselklappe im Abgasstrang einen Gegendruck aufbaut. Die „Kompressions-Motorbremse" hingegen greift in die Ventilsteuerzeiten ein und liefert eine deutlich höhere Bremsleistung. In der Praxis werden beide „Motorbremse" genannt, technisch unterscheiden sie sich jedoch; in vielen schweren Sattelzugmaschinen werden sie zusammen eingesetzt.

Worauf sollte ich zuerst schauen, wenn die Auspuffbremse nicht greift?

FĂŒhren Sie zuerst die gĂŒnstigste Kontrolle durch: Aktivieren Sie bei laufendem Motor im Leerlauf die Bremse und beobachten Sie visuell, ob die Klappe vollstĂ€ndig schließt. Bewegt sich die Klappe nur halb, schauen Sie auf Feder, Buchse oder Luftdruck; bewegt sie sich gar nicht, prĂŒfen Sie Magnetventil, Sicherung und elektrische Leitung.

Erhöht die Auspuffbremse den Kraftstoffverbrauch?

Nein, im Gegenteil. Beim Ansprechen schaltet die Kraftstoffzufuhr bei den meisten Systemen ab und der Motor arbeitet wie eine Luftpumpe. Da sie die Betriebsbremse schont und die Lebensdauer von Belag/Scheibe verlÀngert, senkt sie die Gesamtbetriebskosten.

Was passiert, wenn die Drosselklappe festsitzt?

Sitzt die Klappe halb offen fest, wird die Bremse schwĂ€cher; sitzt sie vollstĂ€ndig geschlossen fest, kann der Motor das Abgas nicht ausstoßen, wĂŒrgt ab und kann durch den ĂŒbermĂ€ĂŸigen Gegendruck Schaden nehmen. In beiden FĂ€llen ist die FreigĂ€ngigkeit der Welle zu prĂŒfen, der Kohlenstoff zu reinigen oder die Gruppe zu erneuern.

Ist die Auspuffbremse bei jeder Geschwindigkeit wirksam?

Am wirksamsten ist der Bereich mittlerer bis hoher Drehzahl; mit steigender Motordrehzahl nehmen Gegendruck und damit die Bremswirkung zu. Bei sehr niedriger Drehzahl lÀsst die Wirkung nach, weshalb es auf langen GefÀllestrecken wichtig ist, im passenden Gang zu bleiben.

Kann das Fahrzeug gefahren werden, wenn die Auspuffbremse defekt ist?

Das Fahrzeug bewegt sich mechanisch, da die Betriebsbremse unabhĂ€ngig ist. Auf langen GefĂ€llestrecken und Bergstrecken wird die Betriebsbremse jedoch ĂŒbermĂ€ĂŸig belastet und das Fading-Risiko steigt. Dies ist eine Sicherheitsfrage; eine Störung der Auspuffbremse sollte nicht vernachlĂ€ssigt und schnellstmöglich behoben werden.

Wie oft wird der Auspuffbremszylinder gewechselt?

Es gibt keine feste Kilometerlebensdauer; sie hĂ€ngt von den Betriebsbedingungen ab. Der Zylinder wird gewechselt, wenn eine Luftleckage, eine Undichtigkeit des Dichtrings oder ein schwacher Zylinder festgestellt wird, der die Klappe nicht vollstĂ€ndig bewegen kann. Die regelmĂ€ĂŸige Kontrolle ist der beste Weg, die Störung zu erkennen, bevor man liegen bleibt.

Wie wÀhle ich das richtige Ersatzteil aus?

PrĂŒfen Sie anhand der Motor- und Fahrgestellnummer des Fahrzeugs die OE-Teilenummer, den Drosselklappendurchmesser und den Anschlussflansch. Eine optisch Ă€hnliche Klappe mit abweichendem Durchmesser verĂ€ndert den Gegendruck und stört das Bremsgleichgewicht. BestĂ€tigen Sie die KompatibilitĂ€t und bevorzugen Sie Teile in OriginalqualitĂ€t.

Die Produktfamilie VADEN ORIGINAL Auspuff-/Motorbremse deckt die Auspuffbremszylinder, Drosselklappengruppen sowie Ventil-/Magnetventilkomponenten schwerer Nutzfahrzeuge in OE-konformer QualitĂ€t ab. Mit richtigem Durchmesser, richtigem Flansch und dauerhafter Dichtheit gefertigt, sind die VADEN Auspuff-/Motorbremsteile (Zylinder+Drosselklappe+Ventil) darauf ausgelegt, auf langen GefĂ€llestrecken ein sicheres Bremsen und eine lange Lebensdauer zu gewĂ€hrleisten. Um die fĂŒr Ihr Fahrzeug passende Teilenummer zu prĂŒfen und das gesamte Produktprogramm zu sehen, werfen Sie einen Blick in den VADEN Produktkatalog.

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